SchlaegeNina hat genug. Zum dritten Mal in dieser Woche hat Kostas sie angebrüllt, beschimpft und angespuckt. Wütend und traurig geht sie nach Hause und ruft ihre Freundin Denise an und erzählt ihr alles. „Mach doch Schluss, der hat dich doch gar nicht verdient!“ sagt Denise, aber Nina zweifelt. Kostas kann so lieb und zärtlich sein und er hat ihr sogar mal einen Song geschrieben. Wenn nur seine Ausraster nicht wären. Als Kostas abends anruft und sich entschuldigt und ihr verspricht, nie wieder gemein zu sein, ist Nina froh, dass sie nicht Schluss gemacht hat. Eine Woche lang sind die beiden wie frisch verliebt, dann fängt Kostas wieder an zu brüllen, als sie sich streiten. Nina ist verzweifelt.

 

  • Gewalt fängt nicht erst bei Schlägen an. Extrem eifersüchtiges Verhalten, Kontrolle, Demütigungen und Beleidigungen verletzen ebenso wie Schläge und können genauso lange nachwirken.

  • Gewalt folgt einem Muster: Streit, Spannungsaufbau, Gewaltausbruch, Versöhnung, ein erneuter Konflikt, Spannungsaufbau... Das Muster wiederholt sich und die Gewalt wird schlimmer, wie eine Spirale, die sich im Kreis dreht und stetig nach oben schraubt.
    Hier kannst du dir dieses Modell der Gewaltspirale als Grafik anschauen.

  • Das Muster zu durchbrechen ist schwierig, aber mit Hilfe von außen durchaus möglich. Verhalten kann man ändern und einen respektvollen Umgang mit Konflikten lernen. Hier erfährst du, wo du oder ihr dabei Hilfe bekommt.

  • Vielleicht kennst du Beziehungsgewalt und solche Muster schon aus deiner eigenen Familie? Wenn eine erwachsene Frau Gewalt durch ihren Partner erlebt, kann sie in einem Frauenhaus oder in einer Frauenberatungsstelle Hilfe bekommen. In Tübingen ist der Verein Frauen helfen Frauen e.V. dafür zuständig

 

(c) Foto: S. Hofschläger / Pixelio